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Die Ammarin sind als einer der letzten Beduinenstamme im Suden Jordaniens sesshaft gemacht worden. Vordem lebte der Stamm in seinem Territorium zwischen dem Wadi Araba und den Hohen des Sherah-Gebirges von Viehzucht und Regenfeldbau. Die Nachbarschaft ihrer Siedlung zum Weltkulturerbe Petra und die Auswirkungen des Tourismus haben die Ammarin seit den 1990er Jahren unvermittelt in einen schnellen Modernisierungsprozess hineingerissen. Die Beobachtung dieses Prozesses uber einen Zeitraum von zwolf Jahren zeigt die von aussen eingeleitete Wandlung und Auflosung beduinischer Lebensformen. Ein Blick zuruck ins 19. und fruhe 20. Jahrhundert lasst das Ausmass des sozialen und kulturellen Wandels im Vergleich ermessen. Fur das beduinische Verstandnis von Territorium und Herrschaft bedeutet die Integration eines lokal und regional basierten Stammes in die nationale Gesellschaft das Ende der Eigenstandigkeit, den Verlust der Kontrolle uber das eigene Gebiet und der Selbstregierung durch Stammesrecht. Das Buch stellt dar, wie die Ausdehnung staatlicher Entwicklungsplane und Administration auf das Stammesgebiet die Einheit und den Zusammenhalt der Ammarin (wie anderer Stamme) gefahrdet, und zeichnet nach, wie aus beduinischer Wirtschaftsweise und Lebensform (Nomadismus) ein kultureller Begriff vom Beduinen wird, der in der Gegenwart eine Herkunftsgemeinschaft, ein gemeinsames Erbe und kollektive Erinnerung (Identitat) bedeutet. Der Ruckgriff auf das Beduine-Sein ist eine Reaktion gegenuber staatlichen Massnahmen und Institutionen, die alle Sondergruppen in die allgemeine Gesellschaft der Staatsburger auflosen und eben das untergraben, worin der Nomadismus grundete: eigenes Territorium, Recht, Autonomie. Das behauptete Selbstverstandnis als Beduinen hilft den Ammarin, in einer Zeit der Umwertung aller sozialen und kulturellen Werte Sicherheit und Halt zu gewinnen. Die unumgangliche Anpassung an die moderne Gesellschaft fuhrt andererseits dazu, dass die Stammessolidaritat geschwacht wird und sich das Handeln der Stammesmitglieder individualisiert.
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Die Ammarin sind als einer der letzten Beduinenstamme im Suden Jordaniens sesshaft gemacht worden. Vordem lebte der Stamm in seinem Territorium zwischen dem Wadi Araba und den Hohen des Sherah-Gebirges von Viehzucht und Regenfeldbau. Die Nachbarschaft ihrer Siedlung zum Weltkulturerbe Petra und die Auswirkungen des Tourismus haben die Ammarin seit den 1990er Jahren unvermittelt in einen schnellen Modernisierungsprozess hineingerissen. Die Beobachtung dieses Prozesses uber einen Zeitraum von zwolf Jahren zeigt die von aussen eingeleitete Wandlung und Auflosung beduinischer Lebensformen. Ein Blick zuruck ins 19. und fruhe 20. Jahrhundert lasst das Ausmass des sozialen und kulturellen Wandels im Vergleich ermessen. Fur das beduinische Verstandnis von Territorium und Herrschaft bedeutet die Integration eines lokal und regional basierten Stammes in die nationale Gesellschaft das Ende der Eigenstandigkeit, den Verlust der Kontrolle uber das eigene Gebiet und der Selbstregierung durch Stammesrecht. Das Buch stellt dar, wie die Ausdehnung staatlicher Entwicklungsplane und Administration auf das Stammesgebiet die Einheit und den Zusammenhalt der Ammarin (wie anderer Stamme) gefahrdet, und zeichnet nach, wie aus beduinischer Wirtschaftsweise und Lebensform (Nomadismus) ein kultureller Begriff vom Beduinen wird, der in der Gegenwart eine Herkunftsgemeinschaft, ein gemeinsames Erbe und kollektive Erinnerung (Identitat) bedeutet. Der Ruckgriff auf das Beduine-Sein ist eine Reaktion gegenuber staatlichen Massnahmen und Institutionen, die alle Sondergruppen in die allgemeine Gesellschaft der Staatsburger auflosen und eben das untergraben, worin der Nomadismus grundete: eigenes Territorium, Recht, Autonomie. Das behauptete Selbstverstandnis als Beduinen hilft den Ammarin, in einer Zeit der Umwertung aller sozialen und kulturellen Werte Sicherheit und Halt zu gewinnen. Die unumgangliche Anpassung an die moderne Gesellschaft fuhrt andererseits dazu, dass die Stammessolidaritat geschwacht wird und sich das Handeln der Stammesmitglieder individualisiert.