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Feindbild: Minderheit: Ethnisierung Und Ihre Ziele
Paperback

Feindbild: Minderheit: Ethnisierung Und Ihre Ziele

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This title is printed to order. This book may have been self-published. If so, we cannot guarantee the quality of the content. In the main most books will have gone through the editing process however some may not. We therefore suggest that you be aware of this before ordering this book. If in doubt check either the author or publisher’s details as we are unable to accept any returns unless they are faulty. Please contact us if you have any questions.

Auf der Strasse, in den Zeitungen, im Rundfunk und im Fernsehen - uberall wird mit dem Turken , dem Russen , dem Asylanten , dem Deutschen usw. argumentiert. Im Mittelpunkt solcher Argumente steht dabei in der Regel die Vorstellung von gruppenspezifischen Eigenschaften. Um welche besonderen Eigenschaften es sich dabei im Einzelfall auch handeln mag, stets geht es um Eigenschaften von groesster Geschlossenheit, entschiedener Un- verwechselbarkeit, besonderer Tiefe und betrachtlicher Ubiquitat. Sozialwis- senschaftlich formuliert haben wir es hier mit einer alltaglichen Ethnizitats- vorstellung zu tun. Es ist eine Vorstellung, die auch in der Wissenschaft lange im Gebrauch war und es in manchen Disziplinen sogar noch bis heute ist. Heute zeigt sich freilich zunehmend, dass eine derartige Ethnizitatsvor- stellung allenfalls eine sehr problematische soziale Konstruktion darstellt. Problematisch ist dabei nicht ihre konstruktive Grundstruktur. Derartige Vorstellungen bestehen stets aus komplexen kulturellen Gebilden, in denen die verschiedensten Zusammenhange uber die Zeit hinweg ihre Spuren hinterlas- sen haben. Problematisch ist die gesellschaftspolitische Aufladung einer solchen mehr oder weniger vagen und insgesamt eher spekulativen, im ein- zelnen kaum noch nachvollziehbaren Konstruktion. Und besonders problema- tisch ist deren ahistorische und ungesellschaftliche Handhabung. Hier werden keine Vorstellungen erarbeitet und auf den Begriff gebracht. Vielmehr werden die zuhandenen Ethnizitatsvorstellungen ohne zu zoegern aufgenommen und zur Erzeugung von Gruppen eingesetzt. Sie erscheinen dabei zunehmend immun gegenuber konkreter gesellschaftlicher Wirklichkeit wie gegenuber der Vergangenheit. Es ist klar, dass hinter einem derartigen Ethnizitatsbegriff ein bestimmtes poltisches Interesse regiert, das mit der Reduktion von ganzen Gesellschaften auf bestimmte Abstammungsgemeinschaften arbeitet.

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Format
Paperback
Publisher
Vs Verlag Fur Sozialwissenschaften
Country
United Kingdom
Date
31 January 1996
Pages
240
ISBN
9783810015464

This title is printed to order. This book may have been self-published. If so, we cannot guarantee the quality of the content. In the main most books will have gone through the editing process however some may not. We therefore suggest that you be aware of this before ordering this book. If in doubt check either the author or publisher’s details as we are unable to accept any returns unless they are faulty. Please contact us if you have any questions.

Auf der Strasse, in den Zeitungen, im Rundfunk und im Fernsehen - uberall wird mit dem Turken , dem Russen , dem Asylanten , dem Deutschen usw. argumentiert. Im Mittelpunkt solcher Argumente steht dabei in der Regel die Vorstellung von gruppenspezifischen Eigenschaften. Um welche besonderen Eigenschaften es sich dabei im Einzelfall auch handeln mag, stets geht es um Eigenschaften von groesster Geschlossenheit, entschiedener Un- verwechselbarkeit, besonderer Tiefe und betrachtlicher Ubiquitat. Sozialwis- senschaftlich formuliert haben wir es hier mit einer alltaglichen Ethnizitats- vorstellung zu tun. Es ist eine Vorstellung, die auch in der Wissenschaft lange im Gebrauch war und es in manchen Disziplinen sogar noch bis heute ist. Heute zeigt sich freilich zunehmend, dass eine derartige Ethnizitatsvor- stellung allenfalls eine sehr problematische soziale Konstruktion darstellt. Problematisch ist dabei nicht ihre konstruktive Grundstruktur. Derartige Vorstellungen bestehen stets aus komplexen kulturellen Gebilden, in denen die verschiedensten Zusammenhange uber die Zeit hinweg ihre Spuren hinterlas- sen haben. Problematisch ist die gesellschaftspolitische Aufladung einer solchen mehr oder weniger vagen und insgesamt eher spekulativen, im ein- zelnen kaum noch nachvollziehbaren Konstruktion. Und besonders problema- tisch ist deren ahistorische und ungesellschaftliche Handhabung. Hier werden keine Vorstellungen erarbeitet und auf den Begriff gebracht. Vielmehr werden die zuhandenen Ethnizitatsvorstellungen ohne zu zoegern aufgenommen und zur Erzeugung von Gruppen eingesetzt. Sie erscheinen dabei zunehmend immun gegenuber konkreter gesellschaftlicher Wirklichkeit wie gegenuber der Vergangenheit. Es ist klar, dass hinter einem derartigen Ethnizitatsbegriff ein bestimmtes poltisches Interesse regiert, das mit der Reduktion von ganzen Gesellschaften auf bestimmte Abstammungsgemeinschaften arbeitet.

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Vs Verlag Fur Sozialwissenschaften
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Date
31 January 1996
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ISBN
9783810015464