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Die Konstruktion des Tyrannentoetermythos: Eine Fallstudie zum kulturellen Gedachtnis
Paperback

Die Konstruktion des Tyrannentoetermythos: Eine Fallstudie zum kulturellen Gedachtnis

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Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Geschichte - Weltgeschichte - Fruhgeschichte, Antike, Note: 1,0, Universitat Leipzig, Sprache: Deutsch, Abstract: Indeed, the daring action of Aristogiton and Harmodius was undertaken in consequence of a love affair, which I shall relate at some length, to show that the Athenians are not more accurate than the rest of the world in their accounts of their own tyrants and of the facts of their own history. Thukydides, 6.54.1 Mit diesen Worten leitet Thukydides seinen Exkurs uber die Ermordung einer der beiden athenischen Tyrannen im Jahre 514 ein. Hierbei handelt es sich um ein adliges Freundespaar, das im Jahre 514 vor Christus einen Anschlag auf die herrschenden Tyrannen ausubte und dabei ums Leben kam. Eine Tat, die anscheinend so bedeutend war, dass sie schon bald zu der Aufstellung einer Statuengruppe fuhrte, die auf der Agora mitten ins politische Zentrum gesetzt wurde. Zusatzlich zu dieser Statuengruppe entstand im 5. Jh vor Christus, den Attentatern zu Ehren, ein Trinklied, welches in einem Aufsatz aus dem Jahre 1916 sogar als Marseillaise of Athens betitelt wird. Es ergabe sich nun also ein rundes Bild von zwei Helden, die fur die Freiheit der Athener starben, existierten nicht Aufzeichnungen von Herodot und eben Thukydides, die eindeutig uberliefern, dass nicht 514, sondern 511 vor Christus die Tyrannei gesturzt wurde und dass der Sturz mehr das Werk der Alkmeoniden und Spartaner als der sogenannten Tyrannentoeter war. Die Diskrepanz zwischen diesen zwei Versionen hat nicht nur mich, sondern vor mir schon viele beschaftigt. Wer brachte denn nun die Demokratie? Die Geschichtswissenschaft bietet viele Antwortmoeglichkeiten: Solon sei es gewesen, Kleisthenes oder Ephialtes. Keiner davon heisst Aristogeiton und Harmodios. Eine Geschichtsfalschung habe also im Athen des 5. Jahrhunderts stattgefunden, daruber sind sich moderne und alte Historiker einig. […]

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Format
Paperback
Publisher
Grin Publishing
Date
19 June 2012
Pages
28
ISBN
9783656220800

Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Geschichte - Weltgeschichte - Fruhgeschichte, Antike, Note: 1,0, Universitat Leipzig, Sprache: Deutsch, Abstract: Indeed, the daring action of Aristogiton and Harmodius was undertaken in consequence of a love affair, which I shall relate at some length, to show that the Athenians are not more accurate than the rest of the world in their accounts of their own tyrants and of the facts of their own history. Thukydides, 6.54.1 Mit diesen Worten leitet Thukydides seinen Exkurs uber die Ermordung einer der beiden athenischen Tyrannen im Jahre 514 ein. Hierbei handelt es sich um ein adliges Freundespaar, das im Jahre 514 vor Christus einen Anschlag auf die herrschenden Tyrannen ausubte und dabei ums Leben kam. Eine Tat, die anscheinend so bedeutend war, dass sie schon bald zu der Aufstellung einer Statuengruppe fuhrte, die auf der Agora mitten ins politische Zentrum gesetzt wurde. Zusatzlich zu dieser Statuengruppe entstand im 5. Jh vor Christus, den Attentatern zu Ehren, ein Trinklied, welches in einem Aufsatz aus dem Jahre 1916 sogar als Marseillaise of Athens betitelt wird. Es ergabe sich nun also ein rundes Bild von zwei Helden, die fur die Freiheit der Athener starben, existierten nicht Aufzeichnungen von Herodot und eben Thukydides, die eindeutig uberliefern, dass nicht 514, sondern 511 vor Christus die Tyrannei gesturzt wurde und dass der Sturz mehr das Werk der Alkmeoniden und Spartaner als der sogenannten Tyrannentoeter war. Die Diskrepanz zwischen diesen zwei Versionen hat nicht nur mich, sondern vor mir schon viele beschaftigt. Wer brachte denn nun die Demokratie? Die Geschichtswissenschaft bietet viele Antwortmoeglichkeiten: Solon sei es gewesen, Kleisthenes oder Ephialtes. Keiner davon heisst Aristogeiton und Harmodios. Eine Geschichtsfalschung habe also im Athen des 5. Jahrhunderts stattgefunden, daruber sind sich moderne und alte Historiker einig. […]

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Paperback
Publisher
Grin Publishing
Date
19 June 2012
Pages
28
ISBN
9783656220800