Readings Newsletter
Become a Readings Member to make your shopping experience even easier.
Sign in or sign up for free!
You’re not far away from qualifying for FREE standard shipping within Australia
You’ve qualified for FREE standard shipping within Australia
The cart is loading…
This title is printed to order. This book may have been self-published. If so, we cannot guarantee the quality of the content. In the main most books will have gone through the editing process however some may not. We therefore suggest that you be aware of this before ordering this book. If in doubt check either the author or publisher’s details as we are unable to accept any returns unless they are faulty. Please contact us if you have any questions.
Obwohl es spatestens am Ende des 19. Jahrhunderts statistisch bewiesen war, dass sich Manner und Frauen gleichermassen des Giftes als Mordmittel bedienen, war man sich in Wissenschaft, Literatur und Publizistik bis weit ins 20. Jahrhundert hinein daruber einig, dass der Giftmord als eine ‘Domane des Weibes’ anzusehen sei. Die Grundlage dieses Giftmord-Stereotyps bilden Vorstellungen vom ‘Wesen des Weibes’ bzw. der Psychologie der Frau: auf Grund ihrer koerperlichen und seelischen Schwache (Mangel an Mut und Kraft) sowie ihrer Nahe zur Geschlechtlichkeit (Vergiften als ‘wollustiger Kitzel’) greife die Frau quasi naturgemass zum heimtuckischen Gift. Einen entscheidenden Anteil an der Formation des Giftmord-Stereotyps hatte zudem die Pitavaltradition, die diese Vorstellungen mit literarischen Verbrecherbildern (grosse und gemeine Verbrecherinnen) verquickte und deren Falldarstellungen (z.B. Brinvillier, Zwanziger, Ursinus und Gottfried) von Fachwissenschaften und Publizistik stets als Beispiele fur ‘typisch weibliche Giftmischerinnen’ herangezogen wurden. Hierbei sorgten die Fachwissenschaften durch neue wissenschaftliche Erklarungsmuster fur eine bestandige Aktualisierung des Stereotyps. Insgesamt konnte in der vorliegenden diskurstheoretisch und interdisziplinar orientierten Studie anhand der Auseinandersetzung mit Pitavalgeschichten, Prozessberichten, wissenschaftlichen Texten usw. zu Giftmordfallen verschiedener historischer Zeitraume gezeigt werden, dass das tradierte Giftmordwissen in einem bestandigen Austausch- und Verweiszusammenhang zwischen Fachwissenschaft, ‘schoener Literatur’, Publizistik und Alltagswissen formiert, legitimiert und fortgeschrieben wurde.
$9.00 standard shipping within Australia
FREE standard shipping within Australia for orders over $100.00
Express & International shipping calculated at checkout
This title is printed to order. This book may have been self-published. If so, we cannot guarantee the quality of the content. In the main most books will have gone through the editing process however some may not. We therefore suggest that you be aware of this before ordering this book. If in doubt check either the author or publisher’s details as we are unable to accept any returns unless they are faulty. Please contact us if you have any questions.
Obwohl es spatestens am Ende des 19. Jahrhunderts statistisch bewiesen war, dass sich Manner und Frauen gleichermassen des Giftes als Mordmittel bedienen, war man sich in Wissenschaft, Literatur und Publizistik bis weit ins 20. Jahrhundert hinein daruber einig, dass der Giftmord als eine ‘Domane des Weibes’ anzusehen sei. Die Grundlage dieses Giftmord-Stereotyps bilden Vorstellungen vom ‘Wesen des Weibes’ bzw. der Psychologie der Frau: auf Grund ihrer koerperlichen und seelischen Schwache (Mangel an Mut und Kraft) sowie ihrer Nahe zur Geschlechtlichkeit (Vergiften als ‘wollustiger Kitzel’) greife die Frau quasi naturgemass zum heimtuckischen Gift. Einen entscheidenden Anteil an der Formation des Giftmord-Stereotyps hatte zudem die Pitavaltradition, die diese Vorstellungen mit literarischen Verbrecherbildern (grosse und gemeine Verbrecherinnen) verquickte und deren Falldarstellungen (z.B. Brinvillier, Zwanziger, Ursinus und Gottfried) von Fachwissenschaften und Publizistik stets als Beispiele fur ‘typisch weibliche Giftmischerinnen’ herangezogen wurden. Hierbei sorgten die Fachwissenschaften durch neue wissenschaftliche Erklarungsmuster fur eine bestandige Aktualisierung des Stereotyps. Insgesamt konnte in der vorliegenden diskurstheoretisch und interdisziplinar orientierten Studie anhand der Auseinandersetzung mit Pitavalgeschichten, Prozessberichten, wissenschaftlichen Texten usw. zu Giftmordfallen verschiedener historischer Zeitraume gezeigt werden, dass das tradierte Giftmordwissen in einem bestandigen Austausch- und Verweiszusammenhang zwischen Fachwissenschaft, ‘schoener Literatur’, Publizistik und Alltagswissen formiert, legitimiert und fortgeschrieben wurde.