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This title is printed to order. This book may have been self-published. If so, we cannot guarantee the quality of the content. In the main most books will have gone through the editing process however some may not. We therefore suggest that you be aware of this before ordering this book. If in doubt check either the author or publisher’s details as we are unable to accept any returns unless they are faulty. Please contact us if you have any questions.
Nach den Ergebnissen einer Studie des Emnid-Instituts musste die Geschichte des Nationalsozialismus neu geschrieben werden. Denn 26 Prozent der Befragten gaben in dieser Studie an, Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, geholfen zu haben; 13 Prozent behaupteten, im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv gewesen zu sein; 17 Prozent wehrten sich angeblich mit Worten gegen die Nationalsozialisten, wenn es darum ging, Drangsalierte zu verteidigen. Dass die deutschen Volksgenossinnen und -genossen zu grossen Teilen eher eine Gemeinschaft von Freiheitskampfern als von willigen Vollstreckern bildeten, verdeutlichen auch Zahlen wie die, dass lediglich ein Prozent der Befragten angab, Deutsche waren an Verbrechen beteiligt gewesen. Antijudisch sind nach Auffassung der Befragten ganze drei Prozent gewesen. Diese Reprasentativumfrage ist eine Momentaufnahme des kommunikativen Gedachtnisses der Deutschen. Neben dem kommunikativen Gedachtnis stellt das kulturelle Gedachtnis eine weitere und andere, weil dauerhafte Form des Erinnerns dar. Das kommunikative Gedachtnis basiert auf Erinnerungen von Zeitzeugen, also einer historisch abgegrenzten Gruppe, und vergeht mit diesen Tragern. Das kulturelle Gedachtnis dagegen dient dazu, mit den Burgern einer Gesellschaft in langfristiger historischer Perspektive uberlebenszeitlich zu kommunizieren und sich damit einer Identitat zu vergewissern, die durch Zugehoerigkeit zu einer generationsubergreifenden UEberlieferung und weitgespannten historischen Erfahrung entsteht. Mit dem Aussterben der Zeitzeugen des Holocaust kommt den nachfolgenden Generationen die verantwortungsvolle Aufgabe zu, das kommunikative Gedachtnis in ein kulturelles zu transformieren. Unter den verschiedenen kulturellen Artefakten stellt das Denkmal eine eigene Form des kulturellen Gedachtnisses an den Holocaust dar, die in ihrer Besonderheit Gegenstand meiner Untersuchung sein wird. Zu fragen ist: Wie wurde der Holocaust in Bremen mit Hilfe
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Nach den Ergebnissen einer Studie des Emnid-Instituts musste die Geschichte des Nationalsozialismus neu geschrieben werden. Denn 26 Prozent der Befragten gaben in dieser Studie an, Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden, geholfen zu haben; 13 Prozent behaupteten, im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv gewesen zu sein; 17 Prozent wehrten sich angeblich mit Worten gegen die Nationalsozialisten, wenn es darum ging, Drangsalierte zu verteidigen. Dass die deutschen Volksgenossinnen und -genossen zu grossen Teilen eher eine Gemeinschaft von Freiheitskampfern als von willigen Vollstreckern bildeten, verdeutlichen auch Zahlen wie die, dass lediglich ein Prozent der Befragten angab, Deutsche waren an Verbrechen beteiligt gewesen. Antijudisch sind nach Auffassung der Befragten ganze drei Prozent gewesen. Diese Reprasentativumfrage ist eine Momentaufnahme des kommunikativen Gedachtnisses der Deutschen. Neben dem kommunikativen Gedachtnis stellt das kulturelle Gedachtnis eine weitere und andere, weil dauerhafte Form des Erinnerns dar. Das kommunikative Gedachtnis basiert auf Erinnerungen von Zeitzeugen, also einer historisch abgegrenzten Gruppe, und vergeht mit diesen Tragern. Das kulturelle Gedachtnis dagegen dient dazu, mit den Burgern einer Gesellschaft in langfristiger historischer Perspektive uberlebenszeitlich zu kommunizieren und sich damit einer Identitat zu vergewissern, die durch Zugehoerigkeit zu einer generationsubergreifenden UEberlieferung und weitgespannten historischen Erfahrung entsteht. Mit dem Aussterben der Zeitzeugen des Holocaust kommt den nachfolgenden Generationen die verantwortungsvolle Aufgabe zu, das kommunikative Gedachtnis in ein kulturelles zu transformieren. Unter den verschiedenen kulturellen Artefakten stellt das Denkmal eine eigene Form des kulturellen Gedachtnisses an den Holocaust dar, die in ihrer Besonderheit Gegenstand meiner Untersuchung sein wird. Zu fragen ist: Wie wurde der Holocaust in Bremen mit Hilfe