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Moralisierung ist die Strategie der neunziger Jahre, um den Wegfall traditioneller Deutungsmuster zu kompensieren und dennoch klare Anhaltspunkte zur Einschatzung politischer Situationen zu geben. Nach einer theoretischen Reflexion von Moralisierungen zeigt eine Diskursanalyse anhand von Zeitungsartikeln zum Golfkrieg und zum Vietnamkrieg anschaulich das Potential der Strategie in unterschiedlichen historischen Kontexten auf und vermittelt einen Eindruck von der Uberzeugungskraft der moralisierten Deutungsmuster. Diese zeigt sich insbesondere am moralisierten Golfkriegsdiskurs, in dem die Kriegsbefurworter die einstimmige Ablehnung von Faschismus und Krieg relativieren und sich fur eine offensive Kriegsfuhrung aussprechen. Hier verstarkt die dominant gesetzte elementare Unterscheidung von Gut und Bose mit ihrem polarisierenden Effekt die Dynamik des Meinungsumschwungs.
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Moralisierung ist die Strategie der neunziger Jahre, um den Wegfall traditioneller Deutungsmuster zu kompensieren und dennoch klare Anhaltspunkte zur Einschatzung politischer Situationen zu geben. Nach einer theoretischen Reflexion von Moralisierungen zeigt eine Diskursanalyse anhand von Zeitungsartikeln zum Golfkrieg und zum Vietnamkrieg anschaulich das Potential der Strategie in unterschiedlichen historischen Kontexten auf und vermittelt einen Eindruck von der Uberzeugungskraft der moralisierten Deutungsmuster. Diese zeigt sich insbesondere am moralisierten Golfkriegsdiskurs, in dem die Kriegsbefurworter die einstimmige Ablehnung von Faschismus und Krieg relativieren und sich fur eine offensive Kriegsfuhrung aussprechen. Hier verstarkt die dominant gesetzte elementare Unterscheidung von Gut und Bose mit ihrem polarisierenden Effekt die Dynamik des Meinungsumschwungs.